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Vorbereitung & Vortragsstruktur

In diesen Screencasts geht es darum, was Sie beachten sollten, um erfolgreich Vorträge zu halten. Dabei wird es zunächst um die Vorbereitung an sich gehen, anschließend um Möglichkeiten des Aufbaus und der Struktur und schließlich um das Element der Rhetorik sowie die Feinheiten der Präsentation. Der letzte Punkt widmet sich der Technik, die in Vorträgen zum Einsatz kommen kann.

Vorbereitung

Wie bei vielen Dingen ist es auch beim Vorträge halten wichtig, dass Sie rechtzeitig mit der Vorbereitung anfangen und möglichst strukturiert arbeiten. Überlegen Sie sich dabei zunächst, was Sinn, Zweck und Ziel Ihres Vortrags ist. Was soll erreicht werden? Wollen Sie den Wissensstand des Publikums verbessern? Das Publikum von etwas überzeugen? Oder müssen Sie eine Prüfungsleistung erbringen? Es schadet nicht, wenn Sie sich das Ziel oder die Ziele aufschreiben, damit Sie sie bei der Ausarbeitung des Vortrags immer vor Augen haben.

Das Erarbeiten eines Vortrags erfolgt wie bei jeder anderen wissenschaftlichen Arbeit: Sie suchen sich ein Thema oder haben eines zugeteilt bekommen, Sie recherchieren dazu, strukturieren Ihr Material, arbeiten alles aus und prüfen schließlich, ob es noch etwas zu verbessern gibt. Wichtig ist, dass Sie für all diese Schritte ausreichend Zeit einplanen.

Achten Sie darauf, dass Sie angemessen viele verschiedene Quellen verwenden, damit Sie das Thema in Ihrem Vortrag wirklich umfänglich behandeln können. Wenn es möglich ist, können Sie auch graue Literatur verwenden. Das sind Veröffentlichungen, die keine ISBN haben und nicht im Buchhandel erscheinen, also z. B. Informationen von Verbänden und Behörden, die mit dem Thema zu tun haben. Auch Interviews o. ä. sind möglich.

Wichtig ist, dass Sie sich gründlich mit Ihrem Thema auseinandersetzen, sich gut auskennen und über Hintergrundwissen verfügen. Das heißt aber nicht, dass Sie dann alle Informationen auch in den Vortrag stopfen sollen.

Hier hilft das Konzept von muss, soll und kann: Was muss der Hörer wissen? Was sollte er möglichst behalten? Was wäre ein netter Zusatz? Je nachdem, wieviel Zeit Ihnen für den Vortrag zur Verfügung steht, können Sie dann die Prioritäten festlegen.

Wenn es Ihnen liegt, können Sie sich eine Gliederung überlegen, bevor Sie mit den Ausarbeitungen beginnen. Das gibt Ihrer Recherche Struktur. Sie können die Gliederung auch erst bei bzw. nach den Ausarbeitungen festlegen. Dann sind Sie bei der Recherche spontaner und können auch eher neue Aspekte o. ä. berücksichtigen, die Ihnen in der Literatur unterkommen. Meist ist es gut, beide Vorgehensweisen zu mischen. Überlegen Sie sich eine grobe Struktur für Ihren Vortrag, aber halten Sie nicht sklavisch daran fest, wenn Sie in der Literatur noch auf andere Ideen stoßen.

Neben den Inhalten müssen Sie auch die äußerlichen Vorgaben berücksichtigen. Hat Ihr Dozent Ihnen bestimmte Hinweise für den Vortrag gegeben, an die Sie sich halten müssen? Wie lang soll oder darf der Vortrag sein? Wer ist Ihr Publikum? Worauf müssen Sie deshalb achten? Wenn es möglich ist, setzen Sie sich vorher auch mit den räumlichen Gegebenheiten auseinander. Das gibt Ihnen Sicherheit in Bezug auf die eigentliche Vortragssituation und hat eventuell auch Einfluss auf Ihren Vortrag.

Denken Sie bei der Vorbereitung auch an die Erstellung einer PowerPoint-Präsentation und eines Handouts, falls eines davon oder beides notwendig sein sollte. Auch dafür müssen Sie Zeit einplanen.

Sprechen Sie Ihren Vortrag vorher mehrmals durch, aber lernen Sie ihn nicht auswendig. Sie können sich dafür ein echtes Publikum suchen, aber es klappt auch allein.

Stellen Sie sich vor, welche Fragen nach dem Vortrag gestellt werden könnten und überlegen Sie sich entsprechende Antworten. Natürlich ist es nicht möglich, sich für alle eventuellen Fragen Antworten zu überlegen, aber es geht auf jeden Fall, dass Sie sich einige Antworten überlegen und sich so auch in diese Frage-und-Antwort-Situation eindenken.

Denken Sie auch darüber nach, welche Probleme auftreten könnten, dass z. B. die Technik nicht funktioniert, und wie Sie damit umgehen würden. Sollte der Fall tatsächlich eintreten, wird es Ihnen leichter fallen, eine Lösung zu finden und Sie kommen nicht völlig aus dem Konzept.

Aufbau & Struktur

Jeder Vortrag hat drei Bestandteile, die alle gleichermaßen berücksichtigt werden müssen: die Botschaft, der Auftritt und das Publikum. Was (also welcher Inhalt) wird wie (mit welcher Kompetenz und Darstellungsweise) wem (also welchem Publikum) mitgeteilt. Diese drei Punkte sollten Sie immer im Hinterkopf behalten und darauf achten, dass keiner vernachlässigt wird.

Jeder Vortrag beginnt mit dem Thema. Es sollte so formuliert sein, dass Ihr Publikum neugierig auf den Vortrag ist. Sie können das Thema z. B. als Frage formulieren. Gleichzeitig muss es aber auch eine gewisse Aussagekraft haben und tatsächlich über den Inhalt des Vortrags informieren. Es ist frustrierend, wenn der eigentliche Vortrag nicht hält, was das Thema versprochen hat.

In der Einleitung müssen Sie das Publikum abholen und eine Beziehung zu ihm aufbauen. Erwecken Sie seine Aufmerksamkeit und stellen Sie auch den Kontext Ihres Themas dar.

Dafür gibt es ganz verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Sie können einen passenden Witz oder eine Anekdote erzählen. Auch ein Zitat, eine Geschichte, ein Vergleich oder der Verweis auf ein historisches Ereignis am selben Datum sind möglich. Stellen Sie eine Frage oder schockieren Sie das Publikum durch eine provozierende Nachrichtenmeldung. Je nach Thema, Situation und Publikum bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihr Publikum abholen und einfangen. Dabei schadet auch eine kleine Freundlichkeit, eine Nettigkeit nicht.

Teilen Sie dem Publikum mit, was mit dem Vortrag erreicht werden soll, was also Ziel und Kernbotschaft sind und wie Sie dabei vorgehen werden, also die Gliederung. Insgesamt sollte die Einleitung ca. 10-15 % des Vortrags ausmachen.

Anschließend folgt der Hauptteil, um den es gleich noch gehen soll. Es ist selbstredend, dass der Hauptteil am Wichtigsten und damit auch am Längsten ist. Einleitung und Schluss sollten so kurz wie möglich ausfallen, damit Zeit für das Wesentliche ist. Beachten Sie dabei auch, dass die Zuhörer meist am Anfang und wenn der Schluss angekündigt wird, besonders aufmerksam sind. Wenn Sie also feststellen sollten, dass das Publikum nicht mehr gut zuhört, sagen Sie einfach „Und nun komme ich zum Schluss.“ und schon sind wieder alle ganz Ohr. Dann müssen Sie aber auch wirklich zum Schluss kommen, um das Publikum nicht zu enttäuschen.

Gliederungsmodelle

Nun soll es um den Hauptteil und die Struktur- und Gliederungsmöglichkeiten gehen. Da gibt es zunächst die Logikstruktur. Dabei bauen alle Argumente absolut logisch und nachvollziehbar aufeinander auf, nach dem Prinzip: B gilt, weil A gilt.

Bei der Plus-Minus-Struktur wird erst die Thematik an sich vorgestellt und anschließend mögliche Lösungswege. Diese sind dabei nach ihrer Gewichtung angeordnet. Beim Plus-Minus-Muster steht dabei am Anfang also der Lösungsweg, der am schwersten zu entkräften ist, und am Ende der, bei dem dies am Leichtesten ist. Beim Minus-Plus-Muster ist es andersherum und man kann damit das Publikum meist recht leicht vom eigenen Lösungsweg überzeugen, weil sich die Zuhörer eher etwas Positives merken. Es gibt aber unterschiedliche Ansichten dazu, ob es besser ist, das Positive an den Anfang oder ans Ende zu stellen. Sie werden selbst feststellen, welches Muster sich bei Ihrem Vortrag besser eignet.

Dann gibt es noch die Zweier-Struktur, bei der jeweils zwei Gegensätze gegenübergestellt werden. Dieses Schema bietet sich z. B. bei These und Antithese, dem Vergleich von früher und heute und bei einer Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen oder von Chancen und Risiken an.

Die Vier-W-Struktur ist gut zur Vermittlung von Informationen geeignet, weil mit ihr die Fragen Was, Warum, Wie und Was nun beantwortet werden.

Sie können auch eine Bogen- oder Geschichtenstruktur wählen. Dabei überlegen Sie sich einen Rahmen oder eine Rahmenhandlung, in die Sie alles andere einbetten. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert übrigens auch die Verwendung von Beispielgeschichten und Demonstrationen. Dadurch wird die Anschaulichkeit des Gesagten erhöht und bleibt hoffentlich besser bei den Zuhörern haften.

Als letztes sei noch die Fünf-Finger-Struktur genannt. Dabei stehen die Finger einer Hand für die einzelnen Bestandteile eines Vortrags. Der kleine Finger ist die Einleitung, der Ringfinger steht für die Zusammenhänge, der Mittelfinger repräsentiert die Bekräftigung der eigenen Position und die Entkräftung der Gegenargumente, der Zeigefinger steht für Beispiele, aber auch Orientierung und den Ausblick in die Zukunft und mit dem Daumen wird zum Handeln aufgefordert.

Sie können diese Schemata gut für Ihren Vortrag nutzen, müssen sie aber nicht strikt befolgen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, Gliederungsmodelle miteinander zu verknüpfen.

Achten Sie bei Ihren Gliederungspunkten darauf, nur die aufzunehmen, die für das Verständnis des Vortrags auch wirklich notwendig sind. Sie können sich bestimmt an Vorträge erinnern, bei denen allein schon die kleinteilige Gliederung für Kopfschmerzen gesorgt hat.

Durch verbale Hinweise können Sie dem Publikum mitteilen, an welchem Punkt der Struktur Sie sich gerade befinden. Das können z. B. sein: „nun zum zweiten Punkt“, „nach den Vor- nun die Nachteile“ oder „ich fasse zusammen“.

Achten Sie auf gute und logische Überleitungen zwischen den einzelnen Gliederungspunkten, damit das Publikum weiß, warum es jetzt mit diesem und nicht mit einem anderen Thema weitergeht. Sollten Sie einen längeren Vortrag halten, können Sie auch winzige Zusammenfassungen des zuvor Gesagten einbauen und auf die Gliederungspunkte verweisen. Das hilft den Zuhörern, sich zu orientieren.

Nutzen Sie für Ihre Aussagen und Argumente unterstützendes Material. Das können Statistiken, Zitate, Beispiele, Analogien, Ergebnisse oder Vergleiche sein. Achten Sie aber darauf, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Ihrer Aussage und dem entsprechenden Beweis besteht. Der Bezug muss vorhanden sein.

Wenn es inhaltlich möglich ist, können Sie auch mit Beispielgeschichten arbeiten. Versuchen Sie, das Kopfkino des Publikums zu aktivieren, z. B. „Stellen Sie sich vor …“ oder ähnliches. Eine Überleitung von einer Beispielgeschichte können Sie so formulieren: „Ich erzähle Ihnen das, weil …“

Wie die Verwendung von unterstützendem Material können auch Geschichten Ihre Argumente belegen, müssen dafür aber natürlich relevant sein und zum Gesagten passen. Wenn es sich anbietet, können Sie auch etwas Persönliches einfließen lassen. Das kann hilfreich sein, um eine Beziehung zum Publikum aufzubauen. Die persönliche Ebene kann auch beim Publikum angesprochen werden, z. B. durch etwas Lokales oder ein aktuelles Ereignis.

Achten Sie aber darauf, dass Ihr Vortrag keine Aneinanderreihung von Anekdoten wird. Theorie und Praxis müssen immer ausgewogen sein und beide darauf hinarbeiten, das Ziel des Vortrags zu erreichen.

Nun noch einige kleinere Hinweise, die aber trotzdem hilfreich sein können: Wenn es sich anbietet, können Sie die Zuhörer ein bisschen auf die Folter spannen, indem Sie bestimmte Informationen vorenthalten und so Spannung aufbauen. Sie können auch eine Überraschung einbauen. Wenn sie gelungen ist, wird auch das dazu beitragen, dass sich das Publikum das Gesagte gut merkt.

Versuchen Sie, Informationen zu nummerieren, z. sechs Fakten oder vier Ideen. Dadurch wirkt die Aussage stärker und die Orientierung für das Publikum ist leichter. Eine solche Nummerierung ist aber natürlich nur bei kurzen Listen und nicht bei 28 Einzelposten geeignet.

Wenn Sie Zahlen anbringen, bietet es sich u. U. an, dazuzusagen, wie lang eine bestimmte Länge ist, z. B. in Fußballfeldern oder ähnliches.

Schluss

Sind Sie dann glücklich am Schluss angelangt, gibt es natürlich auch hier noch einiges zu beachten. Versuchen Sie, den Bogen zum Anfang zu schlagen, indem Sie Bezug darauf nehmen. Rekapitulieren Sie kurz, was im Vortrag mitgeteilt wurde, oder geben Sie einen Ausblick, wenn sich das anbietet. Sie können das Publikum auch zum Handeln oder Helfen auffordern, wenn es z. B. um den Umweltschutz geht. Achten Sie aber darauf, keine neuen Informationen in den Schluss zu packen oder gar Vergessenes nachzuholen. Das gehört hier einfach nicht her. Überziehen Sie nicht, sondern zeigen Sie Achtung vor Ihren Zuhörern, indem Sie sich an die Zeitvorgaben halten. Das gehört sich einfach so und zeigt auch Ihre Kompetenz, ein bestimmtes Thema in einer bestimmten Zeit gut und anschaulich zu vermitteln.

Präsentation, Rhetorik & Technik

Präsentation & Rhetorik

Wie gesagt, ist der Inhalt nur einer von drei Bestandteilen, die bei einem Vortrag berücksichtigt werden müssen. Der zweite ist die Präsentation des Inhalts, wie er vermittelt wird. Darum soll es im Folgenden gehen.

Versuchen Sie deshalb, alles so gut wie möglich vorzubereiten und den Vortrag mehrmals durchzusprechen. Das wird sich auf jeden Fall positiv auf Ihre Präsentation auswirken. Seien Sie rechtzeitig am Platz und seien Sie auch von sich selbst und Ihrer Kompetenz überzeugt. Letzteres hilft übrigens auch dabei, mit Lampenfieber umzugehen.

Lampenfieber und Blackout

Wenn Ihnen Lampenfieber grundsätzlich zu schaffen macht, denken Sie an Folgendes: Sie wissen etwas, das das Publikum wissen möchte. Machen Sie sich bewusst, dass das Publikum gar nicht weiß, dass Sie aufgeregt sind oder Angst haben. Außerdem möchten die Zuhörer in den meisten Fällen, dass Sie Erfolg haben und einen guten Vortrag halten, schon allein aus dem Grund, weil niemand gern einen schlechten Vortrag absitzen möchte. Es ist auch gar nicht tragisch, wenn Sie etwas vergessen. Das weiß das Publikum ja nicht und wird es in der Regel auch nicht merken.

Auch kurz vor dem Vortrag können Sie noch etwas gegen Aufregung und Lampenfieber unternehmen. Machen Sie einige Entspannungsübungen, z. B. Stimm- oder Atemübungen. Schütteln Sie Arme und Beine durch oder machen Sie einige Dehnungen. Dadurch werden Sie gleich etwas entspannter.

Wenn Sie auch während eines Vortrags nervös sind, können Sie zumindest dafür sorgen, dass die Zuhörer das nicht merken. Achten Sie darauf, bewusst stillzustehen und keine fahrigen Bewegungen zu machen. Sie können Karteikarten verwenden, damit Ihre vielleicht zittrigen Hände etwas zum Festhalten haben.

Macht Ihnen die Größe des Publikums Angst, können Sie die Zuhörer gedanklich in kleinere Segmente aufteilen und sich immer auf eine Teilgruppe konzentrieren. Es hilft auch, sich nur auf einzelne Gesichter zu konzentrieren.

Sollten Sie ein Blackout haben, versuchen Sie, das eben Gesagte oder das Gesamtthema zu wiederholen. Setzen Sie noch einmal neu an und arbeiten Sie auf den entsprechenden Punkt hin. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie Ihren Stichpunktzettel bemühen und sich insgesamt orientieren. Sie können auch einen Schluck Wasser trinken. Für diesen Fall und überhaupt ist es eine gute Idee, etwas zu trinken bereitzuhalten.

Kontakt und Interaktion

Bemühen Sie sich in Ihrer Präsentation, eine Beziehung zum Publikum aufzubauen und es in seiner Gesamtheit zu erreichen. Sie können z. B. mit den Zuhörern interagieren. Stellen Sie eine Frage, machen Sie eine Umfrage, sprechen Sie einzelne Personen direkt an. Wenn es sich anbietet, können Sie mit einem Zuhörer eine kleine Demonstration vorführen. Es hilft auch, wenn Sie Fragen aus dem Publikum und ebenso Lachen zulassen. Durch all diese Elemente ist das Publikum aktiv an Ihrem Vortrag beteiligt und wird sich das Gesagte besser einprägen.

Bei einem Vortrag sprechen Sie alle Sinne des Publikums an. Deshalb soll es nun kurz ums Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken gehen.

Das Erscheinungsbild des Sprechers spielt bei der Wahrnehmung schon eine wichtige Rolle. Achten Sie deshalb auf angemessene Kleidung. Seien Sie sich Ihrer Körperhaltung bewusst und nutzen Sie Gestik, um das Gesagte zu unterstützen. Wenden Sie sich aktiv dem Publikum zu und bauen Sie Blickkontakt auf.

Wenn es keine zwingenden Gründe gibt, die dagegensprechen, sollten Sie unbedingt stehen, weil Sie dadurch viel aktiver sind und auch so wirken. Achten Sie auf eine gute und entspannte Körperhaltung und versuchen Sie, nicht hinter dem Rednerpult zu kleben oder überhaupt stocksteif zu stehen. Lächeln Sie Ihre Zuhörer an, wenn es sich anbietet.

Es ist absolut in Ordnung, wenn Sie das Gesagte durch Handbewegungen unterstreichen. Achten Sie aber darauf, dass Ihre Gestik auch zum Gesagten passt und nicht übertrieben ist. Es sollte auch nicht so aussehen, als würden Sie Fliegen verscheuchen wollen.

Zum Sehen gehört natürlich nicht nur Ihr Erscheinungsbild, sondern auch die visuellen Elemente, die Sie vielleicht oder wahrscheinlich verwenden. Achten Sie bei Abbildungen darauf, dass sie ausreichend groß sind und auch die Qualität gut ist. Nutzen Sie Handouts oder Skripte, wenn sich das bei Ihrem Vortrag anbietet. Es kann aber ebenso in Ordnung sein, diese visuellen Hilfsmittel nicht zu nutzen.

Achten Sie bei Ihrer Vortragsweise auf einen angemessenen Stil und Ton und vermeiden Sie Umgangssprache. Idealerweise können Sie Ihren Vortrag mehr oder weniger frei sprechen. Das ist für die Zuhörer viel angenehmer, als wenn abgelesen wird. Nutzen Sie deshalb nur Stichpunkte als Gedankenstütze und kein ausformuliertes Skript. Dadurch laufen Sie nicht Gefahr, einfach alles abzulesen.

Sprechen Sie langsam und deutlich. In der Regel überschätzt man die Lautstärke der eigenen Stimme und auch die Sprechgeschwindigkeit recht gründlich.

Achten Sie darauf, nicht monoton zu sprechen. Variieren Sie Lautstärke, Tempo und Betonung, wenn es sich anbietet. Machen Sie kurze Pausen, damit die Zuhörer Gelegenheit haben, das Gesagte zu verarbeiten. Haben Sie keine Angst vor etwa Stille. Es ist absolut in Ordnung, wenn es mal einen Moment wirklich ruhig ist.

Ihre verwendete Sprache sollte möglichst aktiv sein und eher Verben als Substantivierungen enthalten. Das ist einfach besser verständlich. Nutzen Sie eher kurze Sätze und vermeiden Sie so, sich in ausgeklügelten Haupt- und Nebensätzen zu verhaspeln. Nutzen Sie natürliche und anschauliche Sprache, die nicht wie Schriftsprache klingt. Verwenden Sie Fremdwörter, wenn diese angemessen sind, aber nicht nur, um zu zeigen, dass Sie sie kennen.

Es ist wahrscheinlich selbstverständlich, dass Sie keine Schimpfwörter oder Unflätigkeiten verwenden. Das trifft aus anderen, aber ebenso verständlichen Gründen auch auf Abkürzungen und Füllwörter zu. Sie müssen nicht zwingend Hochdeutsch sprechen, aber achten Sie darauf, dass Ihr Dialekt, wenn Sie denn Dialekt sprechen, nicht so dominant ist, damit das Publikum keine Verständnisschwierigkeiten hat.

Beim Tasten, Riechen und Schmecken geht es eher um die Umgebung und die Situation des Vortrags als um den Inhalt. Achten Sie darauf, dass das Publikum sich wohlfühlt. Ist der Raum warm genug? Ist er zu heiß? Wurde er durchgelüftet oder wird der Sauerstoff knapp? Wäre es sinnvoll, eine kleine Pause zu machen? Solche Sachen eben.

Zum Wohlbefinden des Publikums gehört auch, dass Sie sich unbedingt an die Zeitvorgabe für Ihren Vortrag halten. Das ist ein Gebot der Höflichkeit und stellt auch sicher, dass alle oder zumindest die meisten bis zum Ende zuhören. Beim Überziehen ist das eher selten der Fall. Wenn Sie den Vortrag vorher allein durchsprechen, achten Sie darauf, dass Vorträge vor Publikum ca. 30 % länger als beim alleinigen Üben sind. Es schadet auch nicht, wenn Sie etwas eher als gedacht fertig werden. Darüber ist das Publikum eigentlich nie böse.

Hilfsmittel

Meist werden Sie für Ihren Vortrag auch eine PowerPoint-Präsentation (PP) erstellen, weil sie als visuelles Element dient und auf diese Art und Weise das Verständnis des Gesagten unterstützt. Denken Sie dabei aber daran, dass die PP nicht der Vortrag an sich, sondern wirklich nur ein unterstützendes Element ist. Sie sollte deshalb nur einzelne Bestandteile des Vortrags enthalten. Hier gilt der Leitspruch: Weniger ist mehr, denn die Inhalte des Vortrags werden viel stärker über das von Ihnen Gesagte als über die PP vermittelt.

Wenn Sie die PP erstellen, sollten Sie erst die grobe Struktur entwickeln und dann die einzelnen Folien einfügen. Die Inhalte der Folien müssen dabei zwingend mit dem übereinstimmen, was Sie an der entsprechenden Stelle sagen, ansonsten haben sie keine Funktion. Die einzelnen Folien sollten möglichst wenig Text und dafür eher ausdrucksstarke Fotos oder Grafiken enthalten. Achten Sie bei letztgenannten auf das Urheberrecht und verwenden Sie vielleicht eher gemeinfreie Bilder.

Achten Sie bei den Textzeilen darauf, dass sie eher kurz als lang sind, weil sich das besser lesen lässt und das Auge auch nicht so leicht verrutscht. Und so sparsam wie Text sollten Sie auch mit Farben und Farbenvielfalt umgehen. Verwenden Sie auch hier lieber wenige, damit diese dann tatsächlich ins Auge fallen. Es stört übrigens gar nicht, wenn sich auf einer Folie etwas mehr Weißraum befindet. Auch das erhöht die Übersichtlichkeit.

Achten Sie auch bei Grafiken und Diagrammen auf die Schlichtheit und überfrachten Sie Darstellungen dieser Art nicht mit Einzelheiten. Auch die Relationen müssen hier natürlich unbedingt stimmen.

Für die Verbindung von Text und Bild auf einer Folie können Sie die Drittel-Regel nutzen – zwei Drittel Bild und ein Drittel Text. Das ergibt eine interessante Symmetrie und verhindert, dass die Folie zu vollgefrachtet wird.

Animationen sollten Sie nur in Ausnahmefällen verwenden, weil sie oft unruhig und auch unseriös wirken können. Binden Sie Filme nur ein, wenn sie auch wirklich funktionieren und nutzen Sie dann einen Hyperlink, um etwas aus der PP heraus aufzurufen. Wenn Sie sich dabei unsicher sind, lassen Sie sie lieber weg.

Neben den eigentlichen Inhalten können Sie eine PP bei längeren Vorträgen auch dafür nutzen, an entsprechender Stelle auf die Gliederung und den aktuellen Gliederungspunkt hinzuweisen. Das hilft den Zuhörern bei der Orientierung.

Achten Sie darauf, dass Sie mehr oder weniger direkt neben der Leinwand stehen, damit das Publikum gleichzeitig Sie als Vortragenden und auch die PP im Blick hat. Sprechen Sie nicht zur PP, sondern immer zu Ihren Zuhörern.

Möchten Sie die PP kurz ausblenden, können Sie diese Tastenkürzel nutzen: Bei Shift + w wird die PP weiß, mit Shift + b wird sie schwarz. Betätigen Sie die Tastenkombination noch einmal, wird die aktuelle Folie wieder angezeigt.

Als Alternativen zur PP von Microsoft möchte ich noch Prezi und OpenOffice nennen. Auch wenn es kleine Unterschiede gibt, so lassen sich die Hinweise doch auch auf diese Programme anwenden.

Flipchart und Whiteboard

Neben einer PP gibt es aber noch andere Formen der visuellen Unterstützung, z. B. ein Flipchart oder ein Whiteboard. Beide unterscheiden sich nicht grundsätzlich voneinander, weshalb sie hier gemeinsam behandelt werden.

Grundsätzlich sollten Sie ein Flipchart nur bei kleineren Gruppen verwenden. Ab ungefähr 15 Personen können einfach nicht mehr alle nah genug herantreten, um gut zu erkennen, was Sie schreiben oder zeichnen.

Flipchart und Whiteboard haben den Vorteil, dass Sie während des Vortrags Ihre Ideen, Konzepte o. ä. entwickeln können und das Ganze so für das Publikum gut nachvollziehbar ist. Darin besteht aber auch gleichzeitig der Nachteil eines solchen Vorgehens, denn Sie müssen sich während Ihres Vortrags eben auch noch auf die Entwicklung der Folien konzentrieren. Das muss grundsätzlich kein Problem sein, aber Sie sollten es zumindest bedenken.

Achten Sie darauf, jedem Blatt auf dem Flipchart eine Überschrift zu geben, damit eindeutig ist, zu welchem Gliederungspunkt der jeweilige Text gehört. Der Text selbst sollte ungefähr drei Kästchen hoch sein, damit er gut zu lesen ist. Wenn Sie auf einem weißen Blatt oder einer weißen Fläche schreiben, sollte die Schrift entsprechend hoch sein. Für die Lesbarkeit sollten Sie ausschließlich mit Druckbuchstaben schreiben.

In Bezug auf die Quantität sind auf einem Flipchart oder einem Whiteboard weniger Inhalte als auf einer PP-Folie enthalten, meist sollten es überhaupt nur einzelne Stichwörter sein, damit es nicht unübersichtlich wird. Überlegen Sie sich auch vorher, wie das fertige Tafelbild aussehen soll, schreiben und zeichnen Sie nicht einfach drauflos, damit dann auch wirklich ein gutes Gesamtwerk entsteht.

Achten Sie darauf, möglichst nicht gleichzeitig zu reden und zu schreiben. Sie wollen ja, dass das Publikum Ihnen zuhört, wenn Sie etwas sagen. Machen Sie es lieber so: Sagen Sie den entsprechenden Satz und pausieren Sie dann, um den dazugehörigen Stichpunkt aufzuschreiben. Dann sprechen Sie weiter, schreiben oder zeichnen wieder etwas usw.

Wollen Sie etwas zeichnen, sollten Sie das vorher üben. Die Kunst dabei besteht darin, etwas mit möglichst wenigen Strichen aber trotzdem eindeutig darzustellen. Es gibt Literatur dazu und bei YouTube finden Sie auch viele Anleitungen.