In Datenbanken integrierte KI-Tools
Einige lizenzierte Datenbanken integrieren KI-Tools automatisch für alle Anwendenden, in anderen trifft die Hochschulbibliothek eine bewusste Lizenzentscheidung dafür.
Der Vorteil aller datenbankintegrierten KI-Tools ist, dass sie sich ausschließlich auf die Quellen- und Datenbasis der jeweiligen Datenbank beziehen. Das verhindert halluzinierte, nicht-existierende Quellen in den Ergebnissen.
Feedback: Wie gut sind die Tools wirklich? Testen Sie mit. Wir freuen uns über Ihre Einschätzung.
Sie haben Fragen? Ansprechpartnerin: Anika Geyer | Telefon: +49 341 3076-6591 | E-Mail senden
EBSCO-Datenbanken
Die vom Bibliotheksteam lizenzierten EBSCO-Datenbanken Academic Search Premier (ASP), Business Source Premier (BSP) und Psyndex beinhalten KI-Funktionen in den Suchoptionen.
- Natural language Search verarbeitet Suchabfragen in natürlicher Sprache zu Suchanfragen und durchsucht die Datenbasis der gewählten EBSCO-Datenbank. Die eigentlichen, von der KI generierten, Suchanfragen bleiben jedoch verborgen.
- SmartText Searching: Kopieren Sie große Textabschnitte und fügen Sie sie in das Suchfeld ein. Die SmartText-Suchtechnologie reduziert den eingegebenen Text auf die wichtigsten Suchbegriffe, basierend auf Berechnungen der Termhäufigkeit (TF) und der inversen Dokumenthäufigkeit (IDF) der Begriffe in der Suchanfrage und den durchsuchten Datenbanken. Die daraus erstellte eigentliche Suchanfrage bleibt verborgen, sodass nicht nachvollziehbar ist, welche Aspekte als besonders relevant identifiziert wurden. Die Ergebnisliste lässt es nur erahnen.
- AI Insights: Die Datenbanken Academic Search Premier (ASP) und Business Source Premier (BSP) beinhalten außerdem die Funktion „AI Insights“ – angeboten in der Trefferliste beim jeweiligen Titel, wenn es in der EBSCO-Datenbank einen Volltext dazu gibt. Die KI generiert eine Zusammenfassung, unter anderem zu zentralen Fragestellungen und Ergebnissen.
Fazit des Bibliotheksteams: Leistungsstarke KI-Suchfunktionen, die eine klassische Suche gut ergänzen. Sie liefern andere, aber durchaus relevante Ergebnisse. AI Insights liefert im Vergleich zu den herkömmlichen Abstracts andere nützliche und übersichtliche Informationen. Die KI-Funktionen ermöglichen einen erweiterten Blick auf die qualitativ hochwertigen Inhalte der EBSCO-Datenbanken. Die Prozessschritte der KI bleiben allerdings verborgen, sodass die Transparenz der KI-Arbeitsweise nicht gegeben ist.
Scopus AI
Die Bibliothek hat das auf dem Sprachmodell ChatGPT von Open AI basierende Zusatzmodul Scopus AI dauerhaft lizenziert. Es verarbeitet natürliche Sprache zu komplexen Suchanfragen, durchsucht die verfügbaren Abstracts der ab 2003 erschienenen in Scopus verzeichneten Quellen und generiert daraus strukturierte, ausformulierte sowie mit Quellenangaben versehene Antworten. Die generierte Suchanfrage wird angezeigt.
Die Datenbasis der Scopus-Datenbank besteht hauptsächlich aus englischsprachigen Quellen. Das Tool kann jedoch Fragen in deutscher Sprache verarbeiten und mit entsprechender Aufforderung deutschsprachige Auswertungen erzeugen.
Weitere Funktionen im Überblick:
- Copilot Steps zeigt die komplexe von der AI generierte Suchanfrage. Das Ergebnis eignet sich auch als klassische Suchanfrage in einer Datenbank.
- Summary und Expanded Summary: Informationen aus zahlreichen Quellen zusammenfassen und strukturieren
- Concept Map: Begriffszusammenhänge visualisieren, verwandte Begriffe entdecken
- Topic Experts: oft zitierte Personen identifizieren, die zum Thema passen
- Emerging Themes: Forschungslücken und Trends identifizieren
- Folgefragen stellen
- Deep Research erstellt ausführliche Berichte zu Forschungsfragen, entwickelt einen Forschungsplan und passt die Suchstrategie an, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.
Fazit des Bibliotheksteams: Leistungsstarkes Tool mit hochwertiger Quellenbasis. Es hilft bei Literaturrecherche, Orientierung innerhalb eines Themenfeldes und der Erkundung neuer Themen. Für eine umfassende Recherche mit vor 2003 erschienen Quellen empfiehlt sich unbedingt eine klassische Suche in Scopus. Damit lässt sich vielzitierte, maßgebliche Grundlagenliteratur identifizieren, die durchaus älter sein kann.
Weiterführende Informationen, Anleitung zu Scopus AI und ausführliche Informationen zum Feature „Deep Research“ auf den Seiten des Anbieters
Hinweis: Elsevier hat weitere KI-Tools entwickelt, beispielsweise „Leap Space“ für die Nutzung von Volltexten in der Datenbank ScienceDirect. Das Bibliotheksteam hat sich ausschließlich für die Lizenzierung von Scopus AI entschieden.
Statista
Der KI-gestützte Recherche-Assistent Research AI ist standardmäßig in der Basisversion von Statista enthalten. Er verarbeitet Anfragen in natürlicher Sprache zu Suchanfragen, durchsucht die von Statista-Analysten geprüften Statista-Inhalte und generiert daraus strukturierte, ausformulierte sowie mit Quellenangaben versehene Antworten. Der KI-Assistent stellt dabei transparent seine Arbeitsschritte dar.
Fazit des Bibliotheksteams: Die trockene, nüchterne Welt der Zahlen und Daten wird in Statista ohnehin anschaulich visualisiert. Das fließende Gespräch mit der KI bietet neue Ansätze, um die Statista-Inhalte zu erkunden. Der KI-Assistent zeichnet sich besonders durch Ehrlichkeit und Transparenz aus. Er weist beispielweise eindeutig aus, welche Teile seiner Antworten aus geprüften Statista-Daten stammen und welche Teile aus allgemeinen Trainingsdaten.
Weiterführende Informationen und Anleitung auf der Anbieterseite
Hinweis: Im Rahmen der Campuslizenz steht die AI-Funktion auch ohne persönliche Anmeldung unbegrenzt zur Verfügung.
WISO
Der KI-Recherche-Assistent ist standardmäßig in WISO enthalten. Er verarbeitet Fragen in natürlicher Sprache und durchsucht Quellen in WISO. Die KI erkennt dabei Zusammenhänge, fasst Inhalte aus mehreren Quellen zusammen und liefert eine strukturierte, durch Fundstellen belegte ausformulierte Antwort. Sie zeigen transparent an, an welcher Textstelle die extrahierten Informationen in einer Quelle enthalten sind. Die Antworten basieren auf Dokumenten aus den Medienarten Presse und Fachzeitschriften ab Januar 2023. Der Fokus der Quellenwahl liegt auf Presseartikeln.
Einschränkungen: Andere Medienarten sowie Informationen vor 2023 durchsucht der KI-Assistenten nicht. Ebenso sind einige wissenschaftliche Fachzeitschriften aus der Suche ausgeschlossen, unter anderem weil nicht alle WISO-Inhalte von der KI verarbeitet werden dürfen. Der Betreiber GENIOS gibt allerdings keine transparente Aufschlüsselung dazu.
Der KI-Assistent kann stets nur auf eine Frage antworten. Eine Chat-Funktion mit weiterführenden Fragen, die aufeinander aufbauen, beinhaltet der KI-Recherche-Assistent nicht. Antworten auf gleiche oder ähnliche Fragen variieren teilweise stark, je nach Schreibweise der Begriffe.
Fazit des Bibliotheksteams: Es empfiehlt sich zuerst eine klassische Suche in WISO, um alle hochwertigen Inhalte zu durchsuchen und somit zielsicher und präzise alle benötigten sowie besonders relevanten Informationen zu finden. Der KI-Recherche-Assistent kann als Ergänzung genutzt werden und eignet sich für vor allem für das Finden und Strukturieren von Informationen aus der Presse sowie ausgewählten praxisbezogenen Fachzeitschriften.
Weiterführende Informationen und Anleitungen auf der Anbieterseite
Hinweis: In der WISO-Campuslizenz der HTWK-Bibliothek ist nur die einfache KI-Recherche ohne Chatfunktion enthalten.